Zähl einmal durch, wie oft du in den letzten Jahren neu gestartet bist. Das Studio im Januar. Die App im Frühjahr. Der Vorsatz nach dem Urlaub, nach dem Arztbesuch, nach dem Foto, das dich überrascht hat.
Jedes Mal lief es. Zwei Wochen, vier, manchmal drei Monate. Und jedes Mal kam der Punkt, an dem eine Woche quer stand: ein Projekt, das nicht fertig wurde, ein krankes Kind, eine Erkältung. Du hast eine Einheit ausfallen lassen, dann zwei. Irgendwann war es einfacher, gar nicht mehr hinzugehen, als zu erklären, warum du so lange weg warst.
Das Unangenehme daran ist nicht das Aufhören. Es ist das, was du dir danach über dich selbst erzählst.
Dass dir Disziplin fehlt. Dass andere das offenbar können und du nicht. Diese Erklärung ist bequem, und sie ist falsch: Wer dreimal wochenlang durchgezogen hat, hat Disziplin dreimal bewiesen. Was gefehlt hat, war nie der Wille. Es war etwas, das auch ohne ihn weiterläuft.